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zwischen Kultur & Sprache

 

Geheimnisvolle Orte in Berlin:
Hotel Bogota

Die 20iger Jahre in Berlin, und wie die Stadt heute mit diesem kulturellen Erbe umgeht. Helmut Newton, Yva (Else Ernestine Neuländer), Oskar Skaller, Benny Goodman, Alfred Simon, was haben all diese Menschen gemeinsam? Das Hotel Bogota in der Schlüterstrasse 45, in Berlin-Charlottenburg. Furtwängler, Gustav Gründgens, Heinz Rühmann, Hans Hinkel? Die Liste der namhaften Gäste im späteren Hotel Bogota läßt sich verlängern.

Les années 20 à Berlin et  de quelle manière la ville s’occupe de l’héritage. Helmut Newton, Yva (Else Ernestine Neuländer), Oskar Skaller, Benny Goodman, Alfred Simon, qu’on toutes ces personnes en commun? -La maison dans la Schlüterstrasse 45 à Berlin-Charlottenburg. Furtwängler, Gustav Gründgens,Heinz Rühmann, Hans Hinkel? C’est le coté tragique de cette même adresse: Schlüterstrasse 45.

Künstlerviertel Berlin Charlottenburg, Nazis und das Haus

Charlottenburg war zu Anfang des Jahrhunderts ein Künstlerviertel: Gerhart Hauptmann schrieb die „Weber“, Alfred Döblin lebte in der Schlüterstrasse 20, der Maler Otto Dix hatte sein Atelier neben dem Haus Nr. 45.
Das Hotel Bogota wurde ursprünglich 1911 als Wohnhaus gebaut. In den 20iger Jahren wohnte dort unter anderem der Unternehmer Skaller, der zu seinen Festen oft den Musiker Benny Goodman einlud.

In der 4.und 5. Etage hatte die Fotografin Yva ihre Wohnung und ihr Atelier. 1936 kam ein heute weltberühmter Künstler als Lehrling zu ihr: Helmut Newton. Im 4.Stock gibt es noch heute Evas Atelier, im Dachgarten machte sie ihre ersten Farbfotoexperimente. 1942 wurde sie von den Nazis im Konzentrationslager ermordet.

1942 wurde das Haus in der Schlüterstrasse von den Nazis enteignet, es wurde „das Reich“ von Hans Hinkel, dem Leiter der Reichskulturkammer. Heinz Rühmann handelte dort seine Honorare aus.

Die Briten vollzogen nach dem Krieg in der 3.Etage die Entnazifizierung.

Charlottenbourg était au début du siècle un quartier d’artiste : Gerhart Hauptmann écrivait les „tisseurs“, Alfred Döblin vivait dans le Schlüterstrasse 20, le peintre Otto Dix avait son atelier à côté de la maison numéro 45. Le bâtiment fut construit comme maison d’habitation en 1911. Au cours des années 20 habitait là, entre autres, l’entrepreneur Skaller qui invitait souvent Benny Goodman à ses fêtes. Au 4ème et 5ème étage, la photographe Yva avait son appartement et son atelier. En 1936 un artiste, mondialement connu aujourd’hui, s’y installait comme apprenti de cette dernière : Helmut Newton.
Encore aujourd’hui l’atelier a sa place au 4éme étage. Dans le jardin-terrasse, elle faisait ses premières expériences de photo en couleurs. En 1942 elle fut tuée par les nazis dans un camp de concentration.
En 1942 la maison fut dépossédée par les nazis, et devenait l‘ „empire“ de Hans Hinkel, le chef de la culture sous le 3éme Reich. Rühmann négociait là ses honoraires. Les Britanniques ont dénazifier le 3ème étage après la guerre.

Hotel Bogota in den 60ern

Der ehemalige Besitzer des Hauses, Heinz Rewald, konnte nach Kolumbien fliehen und so dort den Nazis entkommen. In den 60iger Jahren kehrte er nach Berlin zurück und nannte das Haus in der Schlüterstr.45 HOTEL BOGOTA. Der heutige Chef, Joachim Rissmann , verfolgt die schon immer herrschende Familientradition: Ein historischer Ort, der aber offen und zugänglich für kulturliebende Menschen bleibt. Im Andenken und Respekt an die zurückliegende Zeit finden im Hotel Tango-und Swingabende statt, Ausstellungen und Themenveranstaltungen. Zum Beispiel ein Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe: Zerstörte Vielfalt, Eine „Collage“ von und mit Evelin Förster.

L’ancien propriétaire de la maison, Heinz Rewald, pouvait s’enfuir en Colombie et échapper ainsi aux nazis. Au cours des années 60, il revenait à Berlin et appelait la maison dans la Schlüterstr.45: l’HOTEL DE BOGOTA. Le chef d’aujourd’hui, Joachim Rissmann, poursuit la tradition familiale: un endroit historique qui reste cependant ouvert et accessible aux personnes aimant la culture. Dans la mémoire et le respect du temps passé ont lieu dans cet l’hôtel des soirs de tango et de swing, des expositions et événements. Par exemple, un soir dans le cadre de l’événement : diversité détruite, un „collage“ de et avec Evelin Förster.

Das Ende vom Hotel Bogota

Herr Rissmann hat als Gastgeber den Wein persönlich eingeschenkt. Mit warmen, herzlichen Worten hiess er die bekannten und unbekannten Gäste willkommen. Dieses soll nun ein Ende haben. Das Hotel soll geschlossen werden, man kann die Miete nicht mehr bezahlen.Moderne hässliche Hotels sind billiger.Charlottenburg ist heute kein Künstlerviertel mehr, sondern Immobilienhaie schleichen durch die Strassen. Der Ku’damm ist in der Nähe und Geld ist gefragt,wozu braucht man noch Kultur?

Monsieur Rissmann en tant qu’hôte, a versé le vin personnellement. Avec des mots chaleureux et cordiaux, il souhaitait la bienvenue aux invités connus et inconnus. Maintenant, cela doit avoir une fin. L’hôtel doit être fermé, on ne peut plus payer le loyer. L’époque moderne et ses hôtels laids sont meilleur marché. Aujourd’hui, Charlottenbourg n’est plus aucun quartier d’artiste, mais les requins de l‘ immobilier se faufilent dans les rues. Le Ku’damm est à proximité et l’argent est demandé, pourquoi a t’on encore besoin de la culture ?

Kapitalismus statt Kultur

Das „Maison de France“ soll auch „verlegt“ werden, doch Menschen brauchen nötig Kultur. Die Fassade des Hotel Bogota steht unter Denkmalschutz, doch wer garantiert den intellektuellen Schutz dieses Ortes? Wir haben eine Verantwortung.

Nach einem schönen Abend 2013 stolperten wir vor dem Hotel über Etwas: Zwei Stolpersteine, einen im Andenken an Yva und einen für ihren Mann. Beide wurden von den Nazis in Konzentrationslagern ermordet. Können wir alle verantworten, dass Berlin nur diese zwei Steine von grossen Künstlern übriglässt? Dass Berlin einen historischen Erinnerungsort wie diesen  auslöscht, oder auch nur verändert?
Ich glaube die Antwort erübrigt sich…

La „Maison de France“ doit être aussi „déplacée“, mais des personnes ont absolument besoin de la culture. La façade de l’hôtel de Bogota se trouve sous la protection des monuments, mais qui garantit la protection intellectuelle de cet endroit ? Nous avons une responsabilité.
 
Après notre belle soirée d’hier, nous butions devant l’hôtel sur quelque chose : deux pavés comémoratifs, l’un pour la mémoire d’Yva et l’un pour son mari. Les deux furent tués par les nazis dans des camps de concentration. Pouvons nous accepter que Berlin laisse seulement ces deux pierres comme souvenir de deux grands artistes ?
Et que Berlin supprime les souvenirs historiques ou même envisage de les changer?

Hotel Bogota in Berlin

Das kleinste Hotel im Hotel: Das Hotel Bogota

Das Hotel Bogota mit seinen kulturellen Erinnerungen ist heute ein Museum. Nach der Schließung 2013 ist es Herrn Rissmann gelungen, einen Teil davon im neuen Henri-Boutique Hotel zu integrieren. Kunstliebhaber können hier in Erinnerungen schwelgen oder auch im Flair vergangener Tage übernachten.

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit Laura Lipka, die mich nach Dreharbeiten im Hotel Bogota auf diesen Ort aufmerksam gemacht hat. Danke an Herrn Rissmann für seine herzliche Gastfreundschaft und seine Zeit. 
Ce texte est en collaboration avec Laura Lipka qui a attiré mon attention à travers ses tournages à propos de cet endroit. 
Merci à monsieur Rissmann pour son hospitalité et son temps.

Damit die Erinnerung an das Hotel Bogota wach bleibt, habe ich diesen Post geschrieben. Alles verändert sich – und wie auch der Selbstmörderfriedhof, die Glienicker Brücke und der Teufelsberg – gehört das Hotel Bogota zu den geheimnisvollen Orten in Berlin, deren Geschichte nicht vergessen werden darf.

Kulturbrücke PAris-Berlin

Hallo, schön daß Sie da sind. Sie erhalten hier Einblicke und Ausblicke in meine Sprachenschule und Kulturspaziergänge in Berlin.
Viel Spaß beim lesen. Und wenn Sie Fragen haben, oder auch dabei sein möchten, dann schreiben Sie mir.

Herzlichst,
Ihre Rosemarie Lipka

Rosemarie Lipka - Sprachenschule & Kulturspaziergänge
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